Saphire aus Sri Lanka: Einblicke vom Goldschmiede-Profi

Saphire, Staub und Abenteuer: Mein Reisebericht aus Sri Lanka

 

Drei Wochen lang durften mein Mann und ich die faszinierende Vielfalt Sri Lankas erleben. Doch für mich als Goldschmiedin war diese private Reise mehr als nur Urlaub: Es war eine Herzensangelegenheit.

Ich möchte Sie mitnehmen auf eine Tour zu den Ursprüngen unserer Edelsteine – von den tiefroten Erdpisten der Provinz Kalawana bis in das pulsierende Zentrum des Edelsteinhandels, nach Ratnapura. Tauchen Sie mit mir ein in eine Welt, in der Schätze noch mit blossen Händen geborgen werden.

Mit dem TukTuk durch die Reisfelder

 

An saftig grünen Reisfeldern vorbei, durch eine malerische Landschaft: Für Sri Lankas TukTuks scheint keine Holperpiste unüberwindbar! Nach kurzer, abenteuerlicher Fahrt erreichen wir zwei Minen. Hier wird vorwiegend nach den weltweit begehrten Saphiren gesucht, für die Sri Lanka so berühmt ist. Wir befinden uns in der Provinz Kalawana, auf dem Weg zwischen dem Udawalawe Nationalpark und Ratnapura – dem wichtigsten Knotenpunkt des Edelsteinhandels auf der Insel.

Saphire im Tagbau

 

In diesen beiden Minen wird im Tagbau nach den seltenen Schätzen gesucht – und zwar noch ganz ursprünglich: ohne grosse Maschinen und ohne Chemikalien. Gearbeitet wird ausschliesslich mit Schaufeln, Wasser und viel Muskelkraft. Der mit Wasser ausgewaschene Kies wird anschliessend von Hand und mit geschultem Auge nach Rohsteinen durchsucht.

 

Auf dem Teller, den Sie im Bild sehen, befinden sich zwar noch keine kostbaren Raritäten, aber die Kombination aus Bergkristallen, schwarzen Turmalinen und dunklen Granaten ist ein wichtiges Zeichen: Sie zeigt, dass die Gesteinsschichten genau die richtigen Bedingungen bieten, damit sich ganz selten auch Saphire unter diese unscheinbaren Körner mischen könnten.

Ratnapura – Die Stadt der Edelsteine

 

Der Abstecher nach Ratnapura war für mich eines der Highlights unserer Reise.

Die Stadt an sich ist vielleicht nicht das, was man klassisch „schön“ nennt – unser Reiseorganisator hatte uns sogar davon abgeraten. Doch da ich unbedingt "den Puls dieser Stadt fühlen" wollte, bauten wir diesen Stopp ein.

 

Das Spektakel im Edelsteinviertel war jede Mühe wert! Kaum bleibt man kurz stehen, ist man von „Flying Dealers“ umringt, die einem voller Stolz ihre „Schätze“ präsentieren. Das geübte Auge erkennt jedoch schnell, dass auch hier die wirklich herausragenden Raritäten nur extrem selten zu finden sind...

 

Für mich war das eigentliche Highlight in dieser Stadt das reine "da sein" und "hineinfühlen": das geschäftige Treiben zu beobachten und die Deals auf offener Straße mitzuerleben. Diese Eindrücke gaben mir einen grossartigen Einblick, welche abenteuerlichen Wege die verschiedensten Edelsteine manchmal gehen, bis am Ende nur die allerfeinsten von ihnen den Weg zu uns ins Atelier finden.

Mein Fazit: Zwischen Leidenschaft und Professionalität

 

Die Frage, die mir am häufigsten gestellt wurde: „Hast du denn dort direkt Edelsteine eingekauft?“

Kurz und knapp: Nein.

Ein Freund meinte: "Aber das ist doch für dich als Profi DER Ort zum Einkaufen!?"

Meine Antwort: "Gerade weil ich Profi bin, ist das genau NICHT der Ort, an dem ich "mal eben schnell auf der Durchfahrt" diese Steine finde, die für unsere Schmuckstücke in Frage kommen."

 

Warum? Nicht etwa, weil die Händler dort nicht ehrlich wären – im Gegenteil, wir haben die Menschen in Sri Lanka als überaus aufrichtig und herzlich erlebt.

Der Grund ist mein professioneller Qualitätsanspruch. Der Markt für die feinsten Edelsteine ist sehr viel kompexer. Die „Top 1 %“ der exklusivsten Edelsteine, die unseren Standards für Messerer-Schmuckstücke entsprechen, gelangen in der Regel nicht auf den offenen "Strassenmarkt". Kleinere Steine von schöner Qualität kann man durchaus entdecken, jeodch ist auch dies mit einem sehr hohen Zeitaufwand verbunden. Es bedarf verschiedenster Prüfungen und Abklärungen. Oft muss ein Stein zu Hause nochmals umgeschliffen werden – und dies ist immer mit einem Gewichtsverlust und einem gewissen Risiko verbunden. Für kleinere oder nicht zu teure Steine kann dies eine schöne Erinnerung sein, aber die Top-Raritäten nehmen in der Regel direkt nach ihrem Fund ganz andere Handelswege.

Meine vertrauten Partner vor Ort sichern uns den Zugriff auf jene Steine, die in Farbe, Reinheit und Schliff unseren hohen Anforderungen entsprechen. Während ein Stein von den "Flying Dealers" auf dem Strassenmarkt eine wunderbare Urlaubserinnerung sein kann, braucht es für ein Juwel der Top-Klasse tiefes Fachwissen und gesicherte Quellen – und viel Zeit in der genauen Begutachtung.

 

Diese Reise hat mich einmal mehr darin bestätigt: Qualität kennt keine Abkürzung.

 

Ich hoffe, ich konnte Sie mit diesem Urlaubs-Bericht auf eine kleine Reise mitnehmen und Ihnen Einblick in eine spannende Welt zeigen.
Kontaktieren Sie uns ungeniert, wenn Sie interessiert sind an exklusiven Saphiren aus Sri Lanka. In enger Zusammenarbeit mit unseren Spezialisten vor Ort können wir Ihnen ein breites Spektrum an raren Edelsteinen nach Ihren Wünschen vorlegen.

 

Ihre Ramona Matthaei